Zwischenfrüchte im Weideversuch
Im Projekt werden über drei Jahre sechs Zwischenfruchtmischungen auf den Forschungs- und Praxisbetrieben ausgesät und mit Rindern beweidet: zwei Sommerzwischenfrüchte, eine zweistufige Mischung für Sommer und Winter und drei Winterzwischenfrüchte. Die Artenauswahl und -zusammensetzungen wurden gemeinsam mit unseren Partnerbetrieben entwickelt.
Wir wollen damit herausfinden, welche Arten und Mischungen sich auf trockenen Böden in Brandenburg und in Norddeutschland sinnvoll beweiden lassen. Sofinden sich unter anderem Sudangras, verschiedene Wicken- und Kleearten, Rüben, Rettich, Spitzwegerich und Knaulgras in den Mischungen wieder. Im Folgenden werden die einzelnen Mischungen und ihre Bestandteile erklärt.
Sommerzwischenfrüchte

bewährtes Gemenge mit Hafer, Erbse, Wicke und Sonnenblume
Arten: Süßgras: Sommerhafer (40 %). Leguminosen: Futtererbse (37,5 %) und Saatwicke (20 %). Korbblütler: Sonnenblume (2,5 %)
Aussaatstärke: 130 Kilogramm pro Hektar
Rolle im Projekt: Ein klassisches Gemenge, wie es als Grünfuttermischung schon lange bewährt ist. Der Hafer ist schmackhaft, Erbse und Wicke liefern Eiweiß und binden Stickstoff aus der Luft. Die Sonnenblume ist standarmäßig nicht beigefügt. Die Mischung ist weit verfügbar und wenig erklärungsbedürftig. Mit der schlichten Zusammensetzung und wenig Vielfalt, ist sie darauf ausgelegt Masse zu produzieren. Sie soll zeigen, was ein Standardgemenge auf trockenen Standorten leisten kann und wo Grenzen liegen. Von allen Mischungen ist sie am stärksten auf eine gute Wasserversorgung im Frühsommer angewiesen.
Ausgewählte Bestandteile und ihre Funktion:

13 Arten für trockene Standorte
Arten: Süßgräser: Sandhafer (28,5 %) und Sudangras (7,5 %). Leguminosen: Futtererbse (27,5 %), Sommerwicke (9,5 %), Alexandrinerklee (7,5 %), Sparriger Klee (4,5 %) und Perserklee (3,0 %). Kreuzblütler: Äthiopischer Kohl (3,0 %), Tiefenrettich (2,0 %) und Ölrettich (2,0 %). Korbblütler: Ramtillkraut (3,0 %) und Sonnenblume (1,0 %). Leingewächse: Öllein (1,0 %)
Aussaatstärke: 50 Kilogramm pro Hektar
Rolle im Projekt: Eine vielfätige Mischung, die für die Beweidung, Stickstoffbindung und Unkrautunterdrückung vom Saatguthersteller Farm2Farm für das Projekt zusammengestellt wurde. Sie beinhaltet unter anderem sommerannuelle Kleearten, die Trockenheit besser vertragen. Hitzetolerante Warmzonenarten wie Sudangras, Ramtillkraut und Äthiopischer Kohl sollen auch im Hochsommer wachsen. Tiefenrettich, Ölrettich und Sonnenblume sollen für eine Bodenauflockerung sorgen. Die Mischung ist nicht frosthart.
Ausgewählte Bestandteile und ihre Funktion:
Zweistufige Zwischenfrucht

21 Arten für Sommer- und Winterbeweidung
Arten: Leguminosen: Futtererbse (27,5 %), Pannonische Wicke (8,9 %), Zottelwicke (7,1 %), Esparsette (4,8 %), Alexandrinerklee (4,6 %), Inkarnatklee (4,3 %) und Perserklee (3,8 %). Süßgräser: Sudangras (6,4 %), Rohrschwingel (5,3 %), Wiesenschwingel (4,5 %) und Knaulgras (2,0 %). Kreuzblütler: Herbstrübe (2,5 %), Winterfutterraps (1,8 %), Leindotter (1,3 %) und Markstammkohl (0,3 %). Leingewächse: Öllein (5,3 %). Knöterichgewächse: Buchweizen (5,0 %). Korbblütler: Ramtillkraut (1,5 %) und Wegwarte (0,8 %). Raublattgewächse: Phacelia (1,5 %). Wegerichgewächse: Spitzwegerich (0,8 %)
Aussaatstärke: 40 Kilogramm pro Hektar
Rolle im Projekt: Erprobte Mischung von unserem Forschungsbetrieb Henning Stapelbroek für seinen trockenen Standort. Sie wird zunächst im Spätsommer beweidet, die abfrostenden Arten fallen dann mit dem ersten Frost weg. Winterhart sind Pannonische Wicke, Zottelwicke, Esparsette, Inkarnatklee, Rohrschwingel, Wiesenschwingel, Knaulgras, Herbstrübe, Winterfutterraps, Leindotter, Markstammkohl, Wegwarte und Spitzwegerich. Sie bleiben stehen, sodass im Herbst oder Winter eine zweite Nutzung möglich ist.
Ausgewählte Bestandteile und ihre Funktion: